"Prinzipienlose Spekulanten verdienen täglich Milliarden mit ihren Wetten auf einen griechischen Staatsbankrott", sagte Papandreou in einer Rede vor dem Washingtoner Brookings-Institut. "Amerika und Europa müssen endlich sagen: 'Genug ist genug!'" Gerade die USA müssten ein Interesse an der Stabilität der EU, ihres größten Handelspartners, haben. Eine Schwächung des Euro im Vergleich zum Dollar werde zudem das US-Handelsbilanzdefizit vergrößern - "was nicht hilfreich sein wird für Amerikas Aufschwung", sagte Papandreou.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wies indes Berichte über massive Spekulationen gegen Griechenland zurück. Sie habe bislang keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass in jüngster Zeit verstärkt Kreditderivate, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), zur Spekulation gegen griechische Staatsanleihen genutzt wurden, erklärte die BaFin in Bonn. CDS sind Versicherungen auf Kredite, mit denen sich die Kreditgeber gegen einen möglichen Zahlungsausfall absichern. CDS können in einem großen Markt aber auch losgelöst von den dahinter stehenden Krediten gehandelt werden.
Diese CDS-Geschäfte stehen auch im Mittelpunkt einer gemeinsamen Initiative, mit der Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten gegen bestimmte Arten von Finanzspekulationen vorgehen wollen. Eine solche Initiative solle der Europäischen Kommission präsentiert werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. Diese "bloße Spekulation", gerade gegen Staaten, solle nun regulatorisch in den Griff bekommen werden. Den Handel mit CDS komplett zu verbieten, sei aber schwierig.
Wilhelm betonte, "es gibt international einen breiten Konsens, was zu tun ist". Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, die Bundesregierung bemühe sich um eine verbesserte Transparenz und Regulierung des Handels mit CDS. Er betonte, "dass es eine komplexe Materie ist, bei der wir das Kind nicht mit dem Bade ausschütten wollen".
