Mit dem Wirtschaftsprofessor Rürup habe AWD einen der "profiliertesten und renommiertesten Altersvorsorgexperten" gewonnen, erklärte AWD-Chef Carsten Maschmeyer. Rürup werde das Unternehmen in den Bereichen Altersvorsorge, Demografie und Produktinnovation beraten. Zudem soll sich der Wirtschaftsexperte demnach mit der Erschließung neuer Märkte für betriebliche und private Altersvorsorgeprodukte mit Schwerpunkt Russland und China befassen. Rürup ist derzeit Chef des die Bundesregierung beratenden Wirtschaftsweisenrates. Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Hochschuldienst im Februar will Rürup seine Mitgliedschaft in dem Gremium niederlegen.
AWD verkauft Finanz- und Altersvorsorgeprodukte vom Bausparvertrag bis zur Lebensversicherung. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mit mehr als 6000 Beratern und zwei Millionen Privatkunden in zehn europäischen Ländern Europas größter unabhängiger Finanzdienstleister. Verbraucherschützer zeigten sich immer wieder skeptisch, ob AWD seinen Kunden jeweils die optimalen Produkte verkauft oder tendenziell Verträge mit hohen Provisionen für Vermittler angepriesen werden.
Rürup ist Namensgeber und Erfinder der Rürup-Rente, neben der Riester-Rente die wichtigste private Altersvorsorge. Er beriet die Bundesregierung jahrelang in sozialpolitischen Fragen, etwa als Vorsitzender der Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, der sogenannten "Rürup-Kommission". Seit 2000 zählt er zu den fünf Wirtschaftsweisen, seit März 2005 als ihr Vorsitzender. Vor drei Jahren wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Der stellvertretende Fraktionschef der Linken, Ernst, kritisierte den Wechsel scharf. "Erst hat Rürup der Bundesregierung das Drehbuch für die Zerschlagung der gesetzlichen Rente geschrieben, nach dem Millionen in die Arme der Versicherungskonzerne getrieben wurden." Nun kassiere Rürup dafür das "ganz große Geld", erklärte Ernst in Berlin..
