Berlin (ddp). Der neue ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust strebt 2009 eine Lösung für die wechselnden Anfangszeiten der "Tagesthemen" an. Die Vereinheitlichung der Sendezeit der Nachrichtensendung habe für ihn einen "hohen Wert", sagte Boudgoust in Berlin. Er hoffe, dies für die "Tagesthemen"-Ausgaben in der Woche, "mindestens aber zwischen Montag und Donnerstag" möglich machen zu können. Es gebe verschiedene Varianten. Maßgabe sei, dass keine anderen Sendungen "beschädigt" werden. Ein Problem sei der Mittwoch, räumte Boudgoust ein. Dort läuft ab 21.45 Uhr Frank Plasbergs Polittalk "Hart aber fair" im Ersten.
Boudgoust ist Intendant des Südwestrundfunks (SWR). Der SWR hat zum 1. Januar 2009 den Vorsitz der ARD übernommen. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk zwei Jahre lang diese Funktion inne.
Boudgoust kündigte an, dass die Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga am Sonntagabend idealerweise in den dritten Programmen zu sehen sein werde. Dies sei eine Chance für die Dritten, sie seien "außerordentlich relevante Anbieter". Natürlich werde über die Sonntagsspiele auch in den "Tagesthemen" berichtet. "In welchem Umfang ist aber noch unklar."
Als "schweren Brocken" für die ARD im Bereich der Medienpolitik sieht Boudgoust den "Drei-Stufen-Test". Der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender regelt, sieht eine Überprüfung aller Online-Angebote vor. Dies sei sinnvoll, wenn es um neue Angebote gehe, sagte der SWR-Intendant. Dass der gesamte Bestand der Telemedien in die Prüfung einbezogen werden muss, sieht er dagegen skeptisch.
Einen Verzicht auf Werbung bei der ARD lehnt Boudgoust ab. Diese entlaste die Gebührenzahler. Zugleich sprach er sich angesichts der finanziellen Lage für eine stärkere "arbeitsteilige Kooperation" zwischen den ARD-Anstalten aus. Das Motto: "Jeder kann alles, jeder macht alles" sei nicht mehr zeitgemäß. Deshalb müsse versucht werden, Schwerpunkte zu bilden.
(ddp)
