Haferflocken sind unglaublich gute Energielieferanten: "Neben Ballaststoffen und Eiweiß enthalten sie Zink, Magnesium, Kalzium, Eisen und die Vitamine B1 und E", zählt die Expertin auf. Für Sportler seien die Flocken fast unverzichtbar, aber auch alle anderen könnten mit ihnen ihren Blutzuckerspiegel kontinuierlich auf konstantem Level halten. "Die Ballaststoffe der Haferflocken verbessern Verdauung und Blutfettwerte und senken auch den Cholesterinspiegel", sagt Pareth.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Varianten: "Es gibt kernige und zarte Haferflocken sowie die sogenannten Instant- oder Schmelzflocken", erläutert die Kochbuchautorin. Für die kernige Variante seien ganze Körner nötig, die nicht nur im Müsli für nussigen Biss sorgten. "Diese knusprigen Flocken werden aus ganzen, besonders großen Haferkörnern gewalzt", sagt Pareth. Sie eigneten sich hervorragend für Panaden und zur Müslizubereitung. Liebhaber der süßen Küche könnten sie mit einer Karamellschicht überzogen auch als Krokant genießen.
Zarte Haferflocken sind die vielseitigsten Vertreter der Haferflocken-Familie: "Sie eignen sich neben ihrer Verwendung als Schonkost auch sehr gut zum Binden von Frikadellen-Teig, verleihen Suppen, Saucen und Eintöpfen leichte Bindung und geben Knödeln Halt", erläutert die Expertin.
Für Instant- oder Schmelz-Flocken werde Hafermehl zu hauchdünnen Flocken gepresst, die sich leicht in warmen und kalten Flüssigkeiten auflösten. "Schmelzflocken bestehen aus Haferkörnern aus biologisch kontrolliertem Anbau, so dass sie sich optimal zur Zubereitung von Babynahrung eignen", betont die Kochbuchautorin. In cremigen Getränken neutralisierten die Flocken die Säure vieler Säfte, wovon nervöse oder empfindliche Mägen profitieren könnten.
"Die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind - nicht zuletzt dank der verschiedenen Haferflockensorten - schier unbegrenzt", betont die Kochbuchautorin. Eine ausgefallene Vorspeise seien zum Beispiel schnelle Pinienkern-Riegel á la Pizzaiola. "Dafür mischt man Salamiwürfel mit kernigen und zarten Haferflocken, Mehl, Pinien- und Sonnenblumenkernen, Parmesan, Ei, Tomaten und Öl in einer Schüssel und verknetet alles gründlich", erklärt Pareth. Die Masse werde mit Oregano, Salz und Pfeffer gewürzt und zu Riegeln geformt. "Diese werden im vorgeheizten Ofen etwa 35 Minuten gebacken und eignen sich hervorragend als Snack - zum Beispiel zu einem Aperitif."
Eine ungewöhnliche Vorspeisen-Variante sind auch Thunfisch-Steaks in Sellerie-Kruste. Damit die Kruste schön knusprig wird, kommen hier kernige Haferflocken zum Einsatz. "Als Beilage eignet sich zum Beispiel Feldsalat mit roter Bete und Vinaigrette und ein kräftiger Wasabi-Dip", rät die Rezept-Kreateurin. Eine wahre Vitaminbombe unter den Vorspeisen sei ein Mango-Kraut-Salat mit Apfel-Dressing und knusprig gebratenen kernigen Haferflocken als Topping.
"Nicht nur an kalten Tagen begeistert eine Kokoscreme-Suppe mit Rinderfilet", sagt Pareth. Auch hier sorgten kernige Haferflocken für den nötigen Biss des Gerichts. "Ein feines leichtes Hauptgericht sind Bandnudeln mit Curry-Lachs-Sauce." Hier kommen Schmelzflocken zum Einsatz, sie sorgten für eine sämige Konsistenz der Sauce. Ein feines deftiges Gericht, das auch ungeübten Köchen gut gelinge, sei griechischer Hackbraten mit Feta. Hier sorgten zarte Haferflocken dafür, dass der Braten schön locker werde.
In Sachen Desserts könne man Gäste zum Beispiel mit einem Vanilleeis-Gratin mit Himbeeren beeindrucken. "Dafür wird geschmolzene Butter mit zarten Haferflocken, Mehl, Backpulver, Ei und Zucker gemischt." Die Masse werde etwa 20 Minuten gebacken und müsse nun gut auskühlen. "Die aufgetauten Himbeeren in einer feuerfesten Form auf einem Haferflockenboden anrichten und mit Vanilleeis und gezuckertem Eischnee bedecken, danach mit Mandelblättchen bestreuen", erklärt Pareth. Die Nachspeise müsse im heißen Backofen etwa 3 Minuten goldbraun überbacken und sofort serviert werden.
(ddp)
